Schon die Fahrt in den 15. Stock des Wissensturms in Linz zu den SoCraTes Days 2018 verlief vielversprechend. Interessante Gespräche und das Knüpfen von neuen Kontakten waren nur ein kleiner Vorgeschmack auf die bevorstehenden nächsten zwei Tage, bestehend aus lehrreichen Diskussionen und einem gut durchorganisiertem Event.

Open Space Technology

Die SoCraTes Days sind eine Implementierung des mir bis dahin unbekannten Prinzips des Open Space. Dabei wird vom Veranstalter nur ein grober Zeitplan mit Beginn, Ende und Essenspausen vorgegeben. Zu Beginn eines jeden Tages werden von den Besuchern Themen vorgestellt und in Zeitslots eingetragen. Diese Themen können Vorträge, Workshops oder auch nur Diskussionsanregungen sein. Anschließend, im sogenannten Marketplace wird gehandelt, also Zeitslots und Räume getauscht um den Plan zu optimieren. Zuletzt wird der Plan fixiert und gilt somit für den Tag.

Weiters interessant sind die Grundregeln eines Open Space. Es ist besonders wichtig, dass man nie an ein Event gebunden ist. Hat man das Gefühl, dass man nichts lernt oder nichts dazu beitragen kann, ist man sogar indirekt aufgefordert, ein anderes Event zu besuchen.

Ganz besonders aufgefallen ist bis dahin die hervorragende Moderierung und Facilitation dieses Konzepts. Nachdem der Startschuss gefallen ist, ging es los. Jedem ist es von nun an selbst überlassen, wohin er oder sie gehen möchte.

I know that I know nothing

Trotz oder gerade wegen dieser Selbstorganisation der Besucher einer Konferenz waren die Vorträge durchwegs sehr spannend. Functional Programming, Blockchain, Code Craftsmanship, Scrum, Microservices waren nur ein paar der spannenden Themen. Auch die hochinteressanten Vorträge zu historischen Topics in der IT wurden mit großem Andrang besucht.

Ganz besonders stachen aber zwei Vorträge hervor. Der erste zog höchstspannende Parallelen zwischen Softwareentwicklung und Archäologie/Geschichte, wobei mit viel Humor gezeigt wurde, dass Themen, die Softwareentwickler betreffend, auch für die römischen Brückenbauer interessant waren.

Der zweite Vortrag: „Der erste oberösterreichische Computer, Z22“ – wurde auf Grund des großen Interesses am Tag 2 wiederholt. Der Computer war in den Stickstoffwerken Linz, der heutigen Borealis GmbH, in den 50er Jahren anzutreffen. Nach einem Überblick über dessen Funktionalität und den ersten oberösterreichischen Programmierern, konnte der Vortragende sogar mit einem selbstgeschriebenen Javascript Programm auftrumpfen, welches diesen ersten Computer emulierte.

Die Events waren alles in allem sehr unterschiedlich, aber ganz im Sinne des sokratischen Zitats: „Ich weiß, dass ich nichts weiß.“

Know thyself

Nach diesem Event ist mir eines bewusst geworden: Die Linzer Software Community organisiert exzellente Veranstaltungen und ich werde definitiv weitere Events besuchen. Engagement und die Liebe zur Softwareentwicklung waren bei dieser Konferenz in jedem Einzelnen zu spüren. Die Begeisterung für weitere Linzer IT Meetups ist auf alle Fälle geweckt und bei den SoCraTes Days 2019 ist #TeamObjectbay mit Sicherheit wieder vertreten.

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